London Calling

Pünktlich gelandet in London ging’s von London Heathrow mit der Ubahn (preisgünstigster Transportweg vom Flughafen, Linie Picadilly) rasch zu unserem Hotel. Beim Ubahnkartenkauf und bei mehrtägigem Aufenthalt in London empfiehlt sich gleich das Zulegen einer Oyster-Card, die mit einem beliebigen Wert aufgeladen werden kann und dann einfach bei den Ubahnschranken ans Magnetfeld gehalten wird, wo der Betrag für die Fahrt abgebucht wird. Das spart Zeit und auch Geld.

Angekommen beim Notting Hill Gate fanden wir den kurzen Weg zum Hotel (3 min) relativ problemlos. Von außen ein hübsches Londoner Stadthaus in einer ruhigen Seitenstraße, man fühlt sich zurückversetzt ins viktorianische England, gut gelegen in Fußweite der Kensington Gardens und des berühmten Portobello Markets. Von innen hat es dann weniger überzeugt, wobei man sagen muss, dass das Zimmer sauber war und wohl erst kürzlich renoviert worden ist. Für die Lage im Souterrain (da, wo früher die Dienstmädchen gewohnt haben) und die Zimmergröße gibt’s aber eindeutig Punkteabzüge, vor allem, wenn man bedenkt, dass es das teuerste Hotel auf der Reise war und noch viele, wesentlich tollere Unterkünfte folgten. Aber das ist wohl London – falls irgendjemand einen Geheimtipp für London hat, wo das Preis-Leistungsverhältnis noch stimmt, freue ich mich an dieser Stelle über jeden Kommentar! Von meiner Seite wäre hier dann wohl der Tipp, sich kein Hotel zu suchen, sondern eher auf der Air B&B-Webseite nach einer passenden Privatunterkunft Ausschau zu halten, die jedenfalls vom Charakter der Bleibe und vom Wohlfühlfaktor definitiv nur besser sein kann.

Das wohl negativste Erlebnis im Londoner Hotel war das Frühstück. Der Frühstücksraum, ebenfalls im Souterrain und ich glaube mich zu erinnern, Fenster gab es da keines, war sehr klein und die Leute standen am ersten Tag Schlange (!), um hineinzukommen. Was einen drinnen erwartet hätte: Toastbrot, Saft aus dem Plastikbecher, Wasser mit etwas Kaffeepulver – nein danke!

Deshalb empfehlenswert bei einem Aufenthalt im Notting Hill Gate Hotel: die Paul Rhodes Bakery 2 Minuten vom Hotel entfernt (26 Notting Hill Gate). Sehr guter Kaffee, frisches Gebäck, tolle Brote, tolle Mehlspeisen, frische Fruchtsäfte und heller Frühstücksraum im hinteren Bereich der Bäckerei. Das hat unsere Morgen in London gerettet!

Und hier noch ein paar London-Tipps:

  • gratis Eintritt in etliche Ausstellungen der Tate Gallery of Modern Art, kurz Tate Modern
  • Flanieren und Staunen im Lebensmittelparadies von Harrods
  • sich ruhig mal ins tolle East End trauen, vor allem nach Hoxton und Shoreditch, aufstrebende Viertel mit teilweise Industriecharme, Nachtleben und Kunstgalerien (U Old Street), die als neue Trendviertel gehandelt werden, oder abends in die Brick Lane in eine der vielen Bars oder Clubs
  • Look Mum No Hands, ein Geschäft für Fahrradfreaks
  • Ottolenghi’s Restaurant in Islington besuchen und der Küche für immer verfallen (im Gegensatz zu Jamie Oliver’s Fifteen, das zwar auch gut war, mich aber nicht in Begeisterungsstürme versetzt hat)
  • Leckeres und scharfes vietnamesisches Essen in der Pho-Filiale in Soho

Noch ein abschließendes Fazit: das Hotel hatte eine gute Lage und beim Zimmer hatten wir wahrscheinlich einfach ein bisschen Pech – jedenfalls scheinen auf der Hotelwebseite auch hübschere, geräumigere Zimmer auf (aber das muss ja noch nichts heißen..). Grundsätzlich war alles sehr sauber und in Ordnung, für 100 Pfund pro Nacht ist es wohl für Juli und ein 3*-Hotel auch ok. Wenn man sich das Frühstück woanders holt, durchaus ein passabler Ausgangspunkt. Weiterempfehlen würde ich es trotzdem nicht!

Das nächste Mal würden wir wohl in Islington in der Nähe der Ubahnstation Angel wohnen, nicht nur wegen der Nähe zu Ottolenghi’s Restaurant; das Viertel hat auch sonst einen interessanten Eindruck gemacht, mit kleineren Restaurants, der Camden Passage mit Vintage-Läden, Bio-Lebensmittelgeschäften etc.

Südenglandreise Sommer 2012

13-tägige Autoreise durch Südengland

Der Sommerurlaub steht fest. Nachdem es mich im Hochsommer selten in wirklich tropische Gefilde zieht, wo mein Kreislauf um die Mittagszeit regelmäßig zu kollabieren versucht, hat sich die Auswahl der diesjährigen Sommerurlaubsdestination auf kühlere Standorte eingeschränkt. Südschweden oder Südengland war die Qual der Wahl. Schweden ist für mich ein tolles Land, das ich vor 10 Jahren bereits auf einer Interrailreise etwas erkunden durfte und unbedingt noch mal sehen will. Gesiegt haben dann doch meine Erinnerungen an Südengland, wo ich als Jugendliche zwei Sommer auf der Isle of Wight verbracht habe und am liebsten gleich dort geblieben wäre.

Bei der Reiseplanung gab es gleich zu Beginn ein paar Eckpfeiler: ein paar Tage London zu Beginn, bis nach Cornwall wollen wir es schaffen und die Isle of Wight wäre auch noch nett. Entstanden ist ein 13-Tage-Programm, das ich euch näher vorstellen möchte. Gerne zum gedanklichen Mit- oder tatsächlichen Nachreisen.

Los geht’s in London. In einem Mittelklassehotel in Notting Hill direkt an der Portobello Road starten wir samstags, genau an dem Tag, wo der berühmteste Flohmarkt wöchentlich zum Durchschlendern einlädt, unsere Tour. Das Notting Hill Gate Hotel besticht durch seine Lage und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. London ist leider extrem teuer, aber das ist ja nicht unbekannt. Ein leistbares Hotel in halbwegs zentraler Lage zu finden hat mich viel Zeit gekostet. In London lassen wir uns durch die Stadt treiben, Fixpunkte sind ein Besuch in Jamie Oliver’s Fifteen und Ottolenghi, der das tolle Kochbuch „Genussvoll vegetarisch“ geschrieben hat, um die Reise auch kulinarisch gut zu starten. Praktisch bei beiden: die Online-Tischreservierung über OpenTable.

Von London aus werden wir mit dem Mietauto in das Florenz Englands starten: nach Bath, der UNESCO-Kurstadt. Beherbergt werden wir dort im Hollies B&B, einem 1850er Stadthaus umgeben von einem idyllischen Garten unweit des Zentrums von Bath, aber doch ruhig genug, um sich zu entspannen.

In der Nähe des Dartmoor National Parks ist unser nächster Stopp in Totnes vorgesehen. Im The Old Forge erhoffen wir uns einen schönen Ausgangspunkt für die „alternative Hauptstadt Großbritanniens“ (Michael Müller Verlag 2011: 413). Malerische Altstadt, Althippies, Freaks, Punks, Esoterikläden und eine Burgruine werden uns hier versprochen, man darf gespannt sein. Außerdem liegt Totnes günstig als Start zum Dartmoor National Park, wo man gute Wander- oder Radtouren unternehmen kann.

Nach einem geplanten Tagestrip zum National Park geht’s schnurstracks und endlich nach Cornwall, genauer nach St. Ives, der Künstlerkolonie voll Galerien und spannender Restaurants am Meer. Im Little Leaf Guesthouse freue ich mich schon auf besonders herzlich klingende GastgeberInnen. Hier lassen wir es uns gut gehen und nutzen St. Ives für Küstenwanderungen (South West Coast Path) und als Ausgangspunkt in die Umgebung, zu Orten wie Penzance.

Worauf ich mich schon besonders freue, ist auf den Reiseführer der beiden Österreicherinnen Vera und Katharina, die mit „Eat-Surf-Live“ einen Cornwall-Travelguide anbieten, der ganz nach meinem Geschmack sein wird und 2012 erscheinen soll, hoffentlich rechtzeitig vor unserer Abreise. Bis dahin kann man im Blog schon etwas hineinschnuppern.

Bestimmt schweren Herzens werden wir zwei Tage später St. Ives verlassen und ein Stück weiter östlich in Looe Quartier beziehen. Vom Anchor Lights B&B hat man einen tollen Blick auf den gleichnamigen Fluss. Das traditionsreichste Fischerdorf Cornwalls bietet auch einen Sandstrand im Ortszentrum.

Zwei Tage später, unweit von Poole, mit dem zweitgrößten Naturhafen der Welt und netten Kneipen, gilt unser nächster Stop zum Übernachten dem Living Room in Bournemouth, einem familiär geführten B&B, das auch auf Tripadvisor hoch gerankt ist. Sand wohin das Auge reicht!

Am nächsten Tag auf zur Fährstation in Lymington und ab auf die Isle of Wight zum In-Erinnerungen-Schwelgen. Das Rosemary B&B liegt ruhig am Rand von Shanklin. Shanklin hat eine reizvolle Altstadt mit reetgedeckten Cottages und verspricht Romantik. Mit dem Mietauto erkunden wir dann zwei Tage lang die Insel.

Last Stop: Brighton. Im Brighton Wave Boutique Hotel lassen wir es uns kurz vor dem Rückflug noch einmal gut gehen. Das Seebad Brighton gilt als London-by-the-Sea und hat trendige Clubs ebenso zu bieten wie eine kilometerlange Uferpromenade.

Dann mit dem Auto zurück nach London und bestimmt mit großer Wehmut zurück nach Hause. Ob die Reiseziele und Unterkünfte tatsächlich unsere Erwartungen erfüllt haben, erfährt ihr natürlich hier im Blog!

Route (inkl. Fahrzeiten): London – Bath (2h15′) – Totnes (2h15′) – St. Ives (2h) – Looe (1.5h) – Bournemouth/Poole (3h) – Isle of Wight (45′ + Fähre 35′) – Brighton (Fähre 35′ + 2h) – London (1h15′).